Northstar

Ratgeber Oktober

Vier Pfade, die Menschen wählen - 2

aus: Hazrat Inayat Khan -

Alchemy of Happiness

(siehe auch Thema)

Alle Themen als Audio-Sammlung hier



3. Das Beste aus der Gegenwart machen:

Das dritte Ziel, das wir im Leben wählen, besteht darin, das Beste aus der Gegenwart zu machen. Dies ist der Standpunkt von Omar Khayyam, er sagt: ‘Trink den Becher des Lebens jetzt’. Es gibt einen Vierzeiler im Rubaiyyat:

O mein Geliebter, fülle den Kelch der das Heute

Von vergangener Reue und zukünftigen Ängsten klärt

Morgen! Warum, morgen mag ich mich selber sein

Mit den siebentausend Jahren des Gestern!

Es ist die Sichtweise des Menschen, der sagt: ‘Wenn ich in der Vergangenheit großartig war, was macht das schon? Die Vergangenheit ist vergessen. Und die Zukunft - wer weiß, was daraus wird?’

Keiner kennt seine Zukunft. Lasst uns das Beste aus diesem Moment machen, lasst uns das Leben so glücklich machen, wie wir können. Das ist keine schlechte Sichtweise. Es ist eine philosophische Sichtweise. Diejenigen, die sich daran halten, sind glücklich und schenken anderen Glück.

Zweifellos finden wir in all diesen verschiedenen Standpunkte auch eine falsche Seite. Doch wenn wir ihre richtige Seite betrachten, gibt es auch in jeder etwas zu schätzen, etwas Wertvolles.

Heute hören wir oft eine Redewendung: ‘Er ist ein lustiger Kerl’. In Liedern und bei verschiedenen Gelegenheiten wird dieser Satz verwendet, um eine Haltung des Gemüts zu würdigen, die versucht, den Augenblick glücklich zu machen. Das ist schwierig, sehr schwierig, und nicht jeder wird es schaffen; denn das Leben trägt so viele Konflikte, so viele Schwierigkeiten. Wir sind im Leben mit so vielen Schwierigkeiten konfrontiert, dass es nicht jedermanns Sache ist, immer zu lächeln.

Um immer lächeln zu können, muss wir entweder sehr töricht sein und nichts fühlen oder denken, und einfach unsere Augen und unser Herz vor der Welt verschließen, oder wir müssen so hoch eingestimmt sein wie die Seelen, die im Wunder des auf dem Wasser gehenden Christus beschrieben sind. Die einen gehen unter, andere schwimmen, und nochmals andere gehen über das Wasser.

Jene, die im Elend des Lebens ertrinken, sind Menschen, die nicht herauskommen können; sie sind in den Tiefen des Lebens gefangen; sie können nicht herauskommen und sind dort unglücklich; sie sind es, die untergehen. Dann sind da andere, sie schwimmen; sie kämpfen sich durch die widersprüchlichen Umstände des Lebens, um eines Tages das Ufer zu erreichen.

Da sind auch jene, die auf dem Leben wandeln. Sie sind das Leben, das symbolisch in dem Wunder des auf dem Wasser gehenden Christus zum Ausdruck kommt. Es ist wie in der Welt und nicht von der Welt zu sein, die Welt zu berühren und nicht von ihr berührt zu werden. Dafür braucht eine klare Wahrnehmung des Lebens, eine scharfe Intelligenz und ein tiefes Verständnis, verbunden mit großem Mut, Stärke und Tapferkeit.

Damit will ich nicht sagen, dass ein Mensch, der aus jedem Augenblick das Beste macht, mit jenem Menschen identisch ist, den wir den Glücklichen, den einfachen Menschen nennen. Dieser Mensch lebt in einer anderen Welt; er ist sich den Umständen des Lebens nicht bewusst, er ist nicht wach für die widersprüchlichen Einflüsse des Lebens; wenn er glücklich ist, ist das nicht überraschend, denn er ist das Glück selbst.

Ich meine diejenigen, die wach geworden sind für die Umstände des Lebens, fein und empfindungsfähig für die Gedanken und Gefühle ihrer Mitmenschen. Für sie ist es sehr schwierig, dieses Leben so zu leben und gleichzeitig ein Lächeln zu bewahren. Wenn ein Mensch dies kann, ist das sicherlich etwas Großartiges


 Wer sich bewusst wird, wie sein Handeln auf ihn selber wirkt,

beginnt, seine Lebensperspektive zu öffnen.

 

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