Northstar

Ratgeber August

Die Erfahrung unseres Lebens - 2

aus: Hazrat Inayat Khan:

'The Alchemy of Happiness

(siehe auch Thema)

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So hat der eine Mensch Schwierigkeiten und Probleme und ein anderer lebt in Frieden. Doch alles gleicht sich aus. Selbst wenn wir mit großer Mühe einen glücklichen Menschen finden, ist es nicht einfach zu beweisen, dass er glücklich ist. Glück besteht nur aus einer Sache: der Erkenntnis Gottes; und Gott zu erkennen bedeutet, unser Selbst zu verlieren. So wie im Licht der Sonne der trübe Kerzenschein verblasst, so verschwindet im Glück des Gottesbewusstseins die Sehnsucht nach kleinen Vergnügungen. Gleichzeitig bedeutet Gott zu finden jedoch nicht, das Unglück zu suchen und auf alle Freuden des Lebens zu verzichten. Das Leben wird sogar umso angenehmer, je mehr wir in der Erkenntnis Gottes fortschreiten.

Alle Umstände sind illusorisch, und am Ende ist die Gesamtsumme der Schwierigkeiten eines jeden Menschen die gleiche, d.h. die ‘Gesamtsumme’ ist der Horizont, doch wenn wir auf den Horizont zeigen wollen, sind wir dazu nicht in der Lage. Je mehr wir uns jedoch dem Horizont nähern, desto blasser wird der Unterschied zwischen Ursache und Wirkung, und alles gleicht sich in unserem Leben immer mehr aus. Je weiter wir gehen, desto näher kommen wir jener Ausgeglichenheit, die im Symbol der Schlange mit dem Schwanz im Maul ihren Ausdruck finden. Da ist weder Schwanz noch Maul; Maul und Schwanz sind nur da, solange die Schlange gerade ist; es gibt sie nicht mehr, wenn die Schlange sich zusammengerollt und ihren Schwanz ins Maul gesteckt hat

Da war einmal ein Mann, der seine Nachbarn hasste und mit ihnen stritt und zankte. Das führte zu viel Missgunst, bis schließlich das Herz des einen schmolz und er sagte: ‘Worüber streiten wir uns eigentlich? Da war nur ein Missverständnis über ein einziges Wort, das ich gesagt habe.’ Und von diesem Moment an brach ihre ganze Welt des Hasses zusammen, und sie wurden Freunde.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sich die Situation oder das Ereignis auflöst. Das ist das Ende; und je weiter wir gehen, desto mehr verschwindet es. Alle unsere Streitigkeiten, ob hoch oder niedrig, werden blass und verblassen. Und wenn keine Farbe mehr in ihnen ist, dann kommt das weiße Licht, das das Licht Gottes ist. Das ist die Errungenschaft, die Buddha Nirvana nannte. Unseren gewöhnlichen Sinnen erscheinen Farben als Realität, aber in der Realität der Wahrheit verblassen sie... sie haben keine Existenz.

Es gibt jedoch gesegnete Seelen, Seelen, die wirklich im Frieden sind und deren Hunger gestillt wird, wenn sie einen anderen Menschen essen sehen oder die glücklich sind, wenn sie einen anderen Menschen mit schönen Kleidern geschmückt sehen. Das mag uns als große Entsagung oder Selbstverleugnung erscheinen, doch sie haben ein Kreuz zu tragen bekommen und sich darüber erhoben. Opfer bereitet kein Leid, sondern nur Freude.

Der Funke dieses Nirvana lebt in jeder Seele. Ich sagte einmal zu einem Kind: ‘Willst du dein Spielzeug nicht lieber dem anderen armen Kind geben?' Es hatte das Spielzeug gerade erst erhalten und noch nicht einmal damit gespielt. Ich fügte hinzu: 'Du solltest dein Spielzeug nicht verschenken, wenn du dich nicht wirklich darüber freuen kannst, dass das andere Kind damit spielt.' Es war, als sähen wir ein Streichholz in Flammen aufgehen. Das Kind willigte sofort ein und gab sein Spielzeug weg, und Ihr hättet sein Gesicht sehen sollen; es strahlte vor Glück..


Das Nirvana ist wie ein Stern in unseren Herzen, den wir entwickeln;

und je mehr wir ihn entwickeln, wird er umso strahlender.

 

Seine Brillanz verzehrt alles Falsche des Lebens, bis nichts mehr übrig ist

als diese Reinheit, das göttliche Licht.

 

Aphorismen


(Maheboob Khan, Hazrat Inayat Khans Bruder, hat in der Mitte des letzten Jahrhunderts eine Reihe von Hazrat Inayat Khans Aphorismen in Musik gesetzt, wie das ‘How Shall I Thank Thee’. Mohammed Ali Khan, Hazrat Inayat Khans Cousin, hat ums Jahr 1956 herum dieses Lied in einem Konzert in Zürich gesungen – hier könnt Ihr es hören)


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