Northstar

Ratgeber Januar

Der Geist Christi - 2

.aus: Hazrat Inayat Khan -

'Aqibat, Life After Death'

(siehe auch Thema)

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Im Orient wird die Eigenschaft Christi mansumiat, Unschuld, genannt. Wir müssen aus einem anderen Blickwinkel als dem, den wir gewohnt sind, schauen, um den Wert und die Kraft der Unschuld zu erkennen. Jeder Mensch wird auf Erden als unschuldige Seele geboren. Dann macht er die Erfahrung der Welt und wird so weltlich.

Je weltlicher er wird, desto mehr werden Schönheit, Kraft und die engelsgleichen Eigenschaften durch das Wissen um die Komplikationen der Welt zugedeckt.

Wenn ein Mensch sich weiterentwickelt, versucht er, noch mehr zu lernen und den Geist der Unschuld so tief wie möglich zu vergraben, bis der Geist Christi ganz zugedeckt ist. Was er dann nur noch weiß, ist das, was er in diesem sterblichen und falschen Leben gelernt hat.

Was kann Erkenntnis der Falschheit bringen? Falschheit. Die Allgemeinheit sucht Falschheit und bekommt Falschheit. Das sehen wir schon an der einfachen Tatsache, dass ein mit künstlicher Kleidung bekleidete Mensch in der Gesellschaft willkommen ist. Das zeigt, dass der Mensch die nackte Wahrheit nicht ertragen kann.

Was waren die Propheten, die in allen Zeitaltern kamen? Wessen Botschaft brachten sie? Es war die Botschaft Christi; der Geist Christi sprach durch sie. Die Botschaft brauchte nie Propaganda - sie wurde nie zum Gegenstand der Werbung gemacht. Die Propheten opferten ihr Leben gegen alle Widerstände auf ihrem Pfad.

Der Pfad des Propheten ist ein Pfad von ständigen Schwierigkeiten. Wenn die Stimme Christi in den Worten der Propheten war, warum sollte er nicht auch heute sprechen, oder in der Zukunft? Es gibt nur eine Stimme, die ohne Unterlass ruft – doch wir Menschen verschliessen das Tor unserer Herzen.

Der Prophet ist der Künstler. Wie ein Künstler das Bild der Natur malt und ihre Schönheit in dieser Form vor den Menschen bringt, so dass ein Mensch sie annehmen und bewundern kann - so ist es die Aufgabe des Propheten, die nackte Wahrheit, die der Mensch nicht ertragen kann, in einer Form vor den Menschen zu bringen, dass er sie ertragen und bewundern kann. Ob er sie dann versteht oder nicht, das ist eine andere Frage..

Ein weiteres Werk des Propheten ist, dass er für alle Menschen alles ist, und für jeden Einzelnen hat er eine besondere Botschaft. Es gibt keine Weltbotschaft; eine Weltbotschaft kann es nicht geben. Eine Weltbotschaft, ja, im Geist, doch nicht in der Manifestation. In der Manifestation gibt es für jedes Individuum, jede Nation und jede Rasse eine besondere Botschaft. Auch wenn Menschen jeder Richtung den Propheten zu ihrem exklusiven Besitz gemacht haben, ist das genauso absurd, wie wenn wir den Himmel auf unser eigenes Land beschränken wollten, wie wenn die Schweiz einen besonderen Himmel hätte, oder es einen Extra-Himmel für England und einen für Frankreich gäbe. Wie können wir den Himmel begrenzen? Die Erde mag begrenzt werden, doch nicht der Himmel.


Ein Mann ohne männlichen Mut,

eine Frau ohne weibliche Anmut,

ein Kind ohne die Einfachheit eines Kindes,

ein Säugling ohne die Unschuld eines Säuglings,

ein Liebender ohne bereitwilliges Opfer,

ein Verehrer ohne das Ideal Gottes,

ein Geber ohne große Bescheidenheit

sind wie ein König ohne Königreich.

 

Vadan - Talas

(Maheboob Khan, Hazrat Inayat Khans Bruder, hat in der Mitte des letzten Jahrhunderts eine Reihe von Hazrat Inayat Khans Aphorismen in Musik gesetzt, wie das ‘How Shall I Thank Thee’. Mohammed Ali Khan, Hazrat Inayat Khans Cousin, hat ums Jahr 1956 herum dieses Lied in einem Konzert in Zürich gesungen – hier könnt Ihr es hören)


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