Mitgefuehl

Forum Februar

Abschied von dieser Welt - 1

aus: Hazrat Inayat Khan:

'Aqibat, Life After Death'

(siehe auch Ratgeber)

Alle Themen als Audio-Sammlung hier



Wir lieben unseren Körper und identifizieren uns so sehr mit ihm, dass wir höchst unglücklich sind, wenn wir daran denken, dass dieser Körper, der uns so lieb ist, eines Tages im Grab liegen wird. Niemand mag den Gedanken, dass er sterben und zerstört werden wird.

Doch die Seele ist unser wahres Selbst. Sie existierte schon vor unserer Geburt und wird auch nach unserem Tod existieren. Das, was die Vorstellung von einem 'Ich', einem Lebewesen, in sich trägt, ist nicht der Körper, sondern die Seele, die vom Körper getäuscht wird. Die Seele denkt, dass sie der Körper ist; sie denkt, dass sie geht, sitzt, sich hinlegt, wenn der Körper es tut, doch in Wirklichkeit tut sie nichts von alledem. Eine kleine Unpässlichkeit des Körpers lässt sie denken: 'Ich bin krank'. Eine kleine Beleidigung macht sie niedergeschlagen. Ein kleines Lob lässt sie glauben, sie sei im Himmel.

In Wirklichkeit ist sie weder im Himmel noch auf der Erde; sie ist dort, wo sie ist. Der Aufenthalt der Seele im materiellen Körper täuscht sie so sehr, dass sie denkt: 'Ich kann nur von materieller Nahrung leben, kann nur auf der Erde stehen, kann nur die materielle Umgebung genießen. Ohne diese bin ich nirgendwo, ich bin nichts.'

Es gibt ein persisches Sprichwort: 'Baue kein Haus auf dem Boden eines anderen.' Doch das ist das, was die Seele tut. Was immer sie sieht, erkennt das Bewusstsein als sich selbst an. Durch seine Reinheit spiegelt es alles, was vor ihm ist, und dann denkt es: 'Das bin ich', so wie klares Wasser unser Bild widerspiegelt. Die Seele möchte dann, dass alles sehr schön und angenehm ist, damit sie sich wohl fühlt und eitel ist. Sie möchte ihr objektives Selbst gut gekleidet sehen; dann möchte sie sehr gute Dinge an ihm. Sie richtet sich ein gutes Haus ein und ist das ganze Leben über auf der Suche nach diesen Dingen.

Wenn dann der Tod kommt, wird dieses auf Sand gebaute Gebäude weggesprengt. Sein gesammeltes Eigentum wird ihm genommen. Das ist eine sehr, sehr große Enttäuschung. Er verliert alles, woran er interessiert war. Der Rückzug in sein reines Selbst und die Zerstreuung der gesamten täuschenden Umgebung der Erde aus seinem Blickfeld beeindruckt ihn mit der Vorstellung des Todes, zu seinem größten Entsetzen. Dieser Schrecken und die Enttäuschung sind der einzige Tod, den es gibt, denn der Körper ist nichts weiter als eine Hülle, die über unsere Seele gestülpt wird, und wenn er weg ist, sind wir nicht tot, so wie wir nicht denken, dass wir tot sind, wenn unser Mantel verschlissen ist oder wenn jemand unser Hemd zerreißt.

Der Moment, in dem ein Mensch stirbt, ist der einzige Augenblick, in dem er fühlt, dass er tot ist. Der Eindruck, dass er im Sterben liegt, die Hoffnungslosigkeit des Arztes, der Kummer und die Trauer der Familie, all das macht diesen Eindruck aus. Nach dem Tod, wenn er sich von diesem Eindruck erholt, findet er sich allmählich wieder lebendig. Denn das Leben, das ihn in seinem physischen Gewand am Leben gehalten hat, fühlt sich in Abwesenheit dieses Gewandes natürlich seltsam an. Doch es ist nicht tot, sondern sogar lebendiger, denn die große Last ist weg, die ihn eine Zeit lang glauben ließ, dass das physische Gewand sein Leben sei..


Zu Dem, dem die Seele wirklich gehört,

kehrt sie am Ende auch zurück.

 

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