Page 17 - Ebook-TragendeGrund
P. 17
anders beschreiben; es war, wie wenn zwei Dinge gleichzeitig geschähen,
etwas Inneres und etwas Äusseres.
<Ja, ich habe verstanden>, sagte ich zu ihr, und der Strom der Worte,
die dahinter drängten, kam gar nicht erst zum Fliessen. <Gut, ich danke
dir, dass du mir so genau zugehört hast>, sagte Anny. <Nun gibt es nichts
mehr zu sagen, habt Ihr noch Fragen?> gab sie das Wort weiter an Mar-
kus. <Nein, es ist alles gesagt.> antwortete er, gleichermassen beeindruckt
wie ich, wie es schien.
<Nun, lieber Hannes, ich bitte dich nun, über das, was ich dir gesagt
habe, nachzudenken und zu entscheiden. Eines bitte ich dich, und ich
weiss, wovon ich spreche, glaube es mir: Lass das, was ich dir gesagt habe,
in dein Inneres hinein, höre genau hin, welche Antwort du aus dem Inne-
ren vernehmen wirst; erst dann entscheide dich, was immer es sein wird.
Wenn es ein Nein ist, wird es gut sein, wenn es ein Ja ist, wird es gut sein,
nur eines tue nicht: Gib nicht ein halbes Ja oder ein halbes Nein, weder
für dich selber noch für irgendjemanden von uns, daraus wird nichts Gu-
tes kommen können.
Entscheide dich für ein ganzes Ja oder ein ganzes Nein. Wenn du
dein ganzes Ja gibst, werde ich mein ganzes Ja zu deinem tun, und dann
wird es keine Schwierigkeiten geben, die wir nicht gemeinsam meistern
werden>. Wir waren beide sehr bewegt, als ich ihr versprach, ihr ein gan-
zes Ja oder ein ganzes Nein zu geben, wenn ich es dann wüsste.
Und so ging ich nach einer halben Stunde aus diesem Anstellungsge-
spräch hinaus an die frische Luft und hatte das Gefühl, ich müsste gehen,
gehen, so weit, bis das, was Anny hier angesprochen hatte, zu einer Ant-
wort reifen könnte, einer richtigen Antwort…
Ich glaube, ich ging an die Limmat hinunter, voller Eindrücke, über-
rascht, erschreckt ob der Intensität und der unverhofften Dringlichkeit
von dem, was Anny gesagt hatte. Und das Erste, was mir durch den Kopf
ging, als ich das Gehörte zu ordnen versuchte war: <Nun, das war Wahr-
17