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Petama Forum Januar 'Reisen und eine Neue Seite - 1' aus Hazrat Inayat Khan: 'Confessions and Revelations' |
‘Brunnenbauer leiten Wasser, Bogenschützen spannen den Bogen, Zimmerleute schlagen einen Baumstamm, weise Menschen formen sich selbst.’ – Dhammapada. In Ajmer besuchte ich das Grab von Khwaja Moin-ud-Din Chishti, dem berühmtesten Sufi-Heiligen Indiens. Die Atmosphäre seiner letzten Ruhestätte ist in sich schon ein Phänomen; sie war von einer Atmosphäre der Ruhe und des Friedens durchdrungen, und inmitten all dieser Pilgermenge fühlte ich mich dennoch, wie wenn ich ganz allein da wäre. Bei Einbruch der Dunkelheit ging ich nach Hause und sprach Tahajud, das Mitternachtsgebet. Und am Ende meiner Gebete kam eine Stimme zu mir, als wäre sie Antwort auf meine Anrufungen. Es war die Stimme eines Fakirs, der die Menschen vor Sonnenaufgang zum Gebet rief, und er sang: ‘Erwache, o Mensch, aus deinem tiefen Schlaf! Du weißt nicht, dass der Tod dich jeden Augenblick beobachtet. Du kannst dir nicht vorstellen, wie groß die Last ist, die du auf deinen Schultern trägst, und wie lang die Reise noch ist, die du zurücklegen musst. Auf! Auf! Die Nacht ist vorbei und die Sonne wird bald aufgehen!’ Die unirdische Stille dieser Stunde und die Feierlichkeit des Liedes rührten mich zu Tränen. Ich saß auf meinem Teppich, den Rosenkranz in der Hand, und dachte darüber nach, dass all meine Fähigkeiten und mein Ruf für meine Najat oder Erlösung völlig nutzlos waren. Ich erkannte, dass die Welt weder eine Bühne zu unserer Unterhaltung noch ein Basar zur Befriedigung unserer Eitelkeit und unseres Hungers war, sondern eine Schule, in der wir eine harte Lektion lernen müssen. Ich entschied mich dann für einen ganz anderen Weg als den, den ich bis dahin eingeschlagen hatte; mit anderen Worten, ich schlug ein neues Kapitel in meinem Leben auf. Der Morgen brach an und die Vögel begannen ihr Loblied an Gott. Ich hörte Männer und Frauen unter mir vorbeigehen, einige auf dem Weg zur Moschee, andere zu den Tempeln; und die breite Masse auf dem Weg zu ihrer täglichen Arbeit, die ihnen ihr tägliches Brot bringt. Dann machte auch ich mich auf den Weg und ging, in Gedanken versunken und ohne mein Ziel zu kennen, in Richtung Dschungel, mit dem inneren Verlangen, mich von der Welt zurückzuziehen und den Gedanken und Gefühlen, die meinen Geist so sehr beschäftigten, freien Lauf zu lassen.. So kam ich zu einem Friedhof, wo eine Gruppe Derwische auf dem grünen Gras saßen und miteinander plauderten. Sie waren alle ärmlich gekleidet, einige ohne Schuhe, andere ohne Mäntel; einer hatte ein Hemd mit nur einem Ärmel, einem anderen fehlten beide Ärmel. Einer trug eine Robe mit tausend Flicken, der nächste einen Hut ohne Krone. Diese seltsame Gruppe interessierte mich, und ich saß eine Weile da, beobachtete alles, was vor sich ging, blieb dabei aber völlig unbeteiligt. Sind Augen und Ohren offen, werden die Blätter der Bäume zu Seiten der Bibel
Schale des Saki - 17 November |
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