Mitgefuehl

Petama Forum April

'Die Sufi-Form des Gottesdienstes'

aus Hazrat Inayat Khan:

'Religious Gathekas'

(siehe auch Ratgeber)

Alle Themen als Audio-Sammlung hier



Ich möchte ein paar Worte sagen, um die Idee unserer Arbeit vorzustellen. Die Sufi-Arbeit umfasst drei Aspekte:

  • Das Innere Werk,
  • der Dienst der Hingabe,
  • die Aktivität der Bruder- und Schwesterschaft.

Trotz aller unterschiedlichen Meinungen der verschiedenen Menschen auf der Welt bleibt es eine unbestreitbare Tatsache, dass die Menschheit Religion dringend braucht. Doch welche Religion braucht sie? Braucht sie die sektiererischen Religionen der Vergangenheit? Nein. Die Menschheit ist es leid, sich auf ein Fragment beschränken zu müssen. Die neue Generation beginnt zu erkennen, dass es keine Religion auf dieser Welt gibt, die als weniger wert als die andere betrachtet werden kann, und so sagt ihnen die engstirnige Sichtweise von Fragmentanhängern nicht zu.

Ist die Sufi-Botschaft also eine neue Religion? Sicher kann es gar keine neue Religion sein. Jesus Christus sagte: ‘Ich bin gekommen, das Gesetz zu erfüllen, nicht um ein neues Gesetz zu bringen.’ Es ist dieselbe Religion, die Jesus Christus gebracht hat und die hier weitergeführt wird. Es ist derselbe Strom, den alle Propheten gebracht und der Menschheit gegeben haben, dieser wird weiter getragen; es ist derselbe Strom, der immer da ist.

Die Botschaft des Sufi-Werks ist die Antwort auf den Notschrei der Menschheit heute, denn sie steht im Einklang mit der Wissenschaft und ehrt alle Religionen.

Ein Sufi sagt nicht, dass die eine Religion größer sei als die andere, noch behauptet er, dass diese und jene Religion deswegen gleichwertig sind. Er überlässt es jedem Einzelnen, so zu denken, wie er es sieht. Er betrachtet seinen Dienst lediglich als Beispiel dafür, dass er alle Lehrer verehrt und alle Schriften respektiert, die die Menschheit hochhält.

Doch mit all ihren Formen trägt das Sufi-Konzept auch das formlose Ideal der Verehrung. Eine Form soll jenen helfen, die eine sichtbare Form brauchen, denn jede Erziehung ist eine Erziehung zu Namen und Formen. Gäbe es keine Form und keinen Namen, würden wir sie nicht lernen. Die Form ist jedoch nur ein Hinweis auf das, was dahinter steht, auf die eine und dieselbe Wahrheit, die hinter allen Religionen steht. Daher ist dieser Dienst gleichzeitig eine Lehre; .jedem Sufi steht es frei, eine Form anzunehmen oder nicht. Ein Sufi ist nicht an eine Form gebunden; Form dient ihm zwar, doch sie fängt ihn deswegen nicht ein.

Gibt es in unserer Sufi-Arbeit Priestertum? Priestertum ja, doch nicht im herkömmlichen Sinne; nur dafür, .einen Gottesdienst anzuleiten und dem Bedürfnis nach einem Priester in unserem täglichen Leben zu entsprechen. Jene, die ordiniert sind, haben den Wunsch, der Menschheit zu dienen, indem sie Beispiel sind für die Welt: in der Kirche, Schule, im Parlament und vor Gericht.

Frau und Mann schaffen gemeinsam die Evolution.

Gleichzeitig ist jeder Sufi Priester, Prediger, Lehrer und Schüler jeder Seele, der er in der Welt begegnet. Einziges Ziel dabei: ein würdiger Diener in der Sache Gottes zu werden.


In der vollständigen Entfaltung der menschlichen Natur

liegt die Erfüllung des Lebenszwecks.

 

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