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Petama Ratgeber Oktober

'Unsere Erinnerung reinigen'

aus Hazrat Inayat Khan:

'Healing Papers'

(siehe auch Thema)

Alle Themen als Audio-Sammlung hier



Die Natur des Gedächtnisses ist es, einen Eindruck – ob angenehm oder unangenehm – festzuhalten; daher hält ein Mensch einen Gedanken fest im Gedächtnis, unabhängig davon, ob er ihm nützt oder nicht, ohne zu wissen, welche Folgen sich daraus ergeben werden.

Das ist so, als würde ein Kind eine Rassel in der Hand halten, sich damit auf den Kopf schlagen, vor Schmerz zwar weinen und doch die Rassel nicht wegwerfen.

Da sind viele, die einen Gedanken an eine Krankheit oder an eine Unfreundlichkeit, die ihnen jemand angetan hat, im Gedächtnis festhalten. Sie leiden darunter, ohne sich klar zu werden, dass genau dies ihr Leid verursacht, und ohne den Grund für ihr Leiden zu verstehen. Sie leiden weiter und halten trotzdem genau die Quelle ihres Leidens im Gedächtnis fest.

Unser Erinnerungsvermögen muss unser gehorsamer Diener sein; wenn es kommandiert, wird das Leben schwierig. Ein Mensch, der nicht aus seinem Gedächtnis verbannen kann, was er nicht behalten möchte, ist wie jemand, der einen Tresor besitzt, doch dessen Schlüssel verloren hat. Er kann zwar Geld hineinlegen, doch kann er es nicht wieder herausholen. Alle Fähigkeiten eines Menschen werden dann von unschätzbarem Wert, wenn er in der Lage ist, sie nach seinem Wunsch einzusetzen; wenn diese Fähigkeiten jedoch ihn beherrschen, ist er nicht mehr Herr über sich selbst.

Die Menschen des Inneren Lebens lernen daher Konzentration, um den Willen zu schulen und ihm so die Voraussetzung zu schaffen, all seine Fähigkeiten zu nutzen.

Ein Mensch mit Willenskraft kann sich an das erinnern, woran er sich erinnern möchte, und das vergessen, was er vergessen möchte. Alles, was uns unserer Freiheit im Leben beraubt, ist unerwünscht. Das Gemüt muss frei sein von allen negativen Eindrücken des Lebens, die uns Ruhe und Frieden rauben. Durch Konzentration sind wir in der Lage, einen bestimmten Gedanken, den wir uns wünschen, festzuhalten und so alle anderen Gedanken fernzuhalten; und wenn es uns gelingt, alle Gedanken fernzuhalten, an die wir nicht denken wollen, wird es leichter, die Eindrücke vieler Jahre hinter uns zu lassen, wenn wir sie vergessen wollen.

Schlechte Eindrücke, wie alt und tief verwurzelt sie auch sein mögen, sind wie angesammelter Müll, der beseitigt werden muss, damit das Haus sauber wird. Das menschliche Herz ist die Wohnstatt der Seele, und vom Zustand dieser Wohnstatt hängen Trost und Frieden der Seele ab.


So wie Wasser in der physischen Welt das reinigende und klärende Element ist,

so erfüllt Liebe dieselbe Funktion auf den höheren Ebenen.

 

Gayan - Chalas


(Maheboob Khan, Hazrat Inayat Khans Bruder, hat in der Mitte des letzten Jahrhunderts eine Reihe von Hazrat Inayat Khans Aphorismen in Musik gesetzt, wie das ‘How Shall I Thank Thee’. Mohammed Ali Khan, Hazrat Inayat Khans Cousin, hat ums Jahr 1956 herum dieses Lied in einem Konzert in Zürich gesungen – hier könnt Ihr es hören)


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