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Petama Thema September 'Unser Wunsch zu Wissen- 1' aus Hazrat Inayat Khan: 'The Purpose of Life' |
Wenn wir uns damit beschäftigen, werden wir feststellen, dass unser physischer Körper aus fünf verschiedenen Aspekten besteht. Die Menschen des Inneren Lebens bezeichnen diese der Einfachheit halber als Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Diese Begriffe sind jedoch nicht wissenschaftliche Begriffe; sie dienen lediglich der Vereinfachung im Verständnis des Inneren Lebens. Dann können wir die verschiedenen Sinne, die Sinnesorgane, betrachten: Jeder Sinn repräsentiert eines dieser Elemente. Und wenn wir zu den natürlichen Neigungen und Bedürfnissen des Lebens kommen, steht jede unserer Handlungen in Beziehung zu einem dieser fünf Elemente. Diese Untersuchung des Mechanismus wird uns verständlich machen, dass das, was wir immer als ‘Ich selbst’ bezeichnet haben, nichts anderes ist als ein Mechanismus – ein Mechanismus, der aus fünf Elementen besteht, Elemente, die aus der Außenwelt entlehnt sind. Und wir werden feststellen, dass unser Geist, der durch alle Sinnesorgane Erfahrungen macht, dennoch auf Distanz bleibt wie ein Zuschauer, der die Außenwelt durch die Vermittlung dieses Mechanismus, den wir unseren Körper nennen, begreift und wahrnimmt. Dieses Erkennen wird einem tiefgründigen Denker bewusst machen, dass er nicht sein Körper ist; obwohl es – bewusst oder unbewusst – vielleicht nur einen unter einer Million Menschen gibt, der klar erkennt: ‘Mein Körper ist mein Instrument; ich bin nicht mein Körper.’ Derjenige, der zu der Erkenntnis gelangt ist: ‘Mein Körper ist mein Instrument’, ist Herrscher über ein Gefängnis; er ist der Ingenieur dieser Maschinerie.. Und dann folgt die nächste Stufe der Selbsterkenntnis, nämlich das Erforschen dessen, was wir das Gemüt nennen. Bei einer genauen Untersuchung des Gemütes werden wir feststellen, dass verschiedene Eigenschaften wie Vernunft, Gedächtnis, Denken, Fühlen und das Ego – all diese fünf Dinge – unser Gemüt ausmachen. Wir werden feststellen, dass dieses Gemüt sowohl eine Oberfläche als auch eine Tiefe hat. Seine Tiefe ist das Herz; seine Oberfläche ist das Denken. Jede Eigenschaft des Gemütes repräsentiert eines dieser fünf Elemente. Dies führt uns wiederum zu der Erkenntnis, dass selbst das Gemüt, das über dem physischen Körper steht, in sich ein Mechanismus ist. Und je besser wir mit diesem Mechanismus vertraut sind, desto besser können wir ihn zu unserem Vorteil nutzen; und es ist die Unkenntnis dieses Geheimnisses Mechanismus, die den Menschen davon abhält, sich seines eigenen Wirkungsbereichs bewusst zu werden.. Dieses Wissen lässt uns denken: „Ich bin weder mein Körper noch mein Gemüt; ich bin der Ingenieur, der über diese beiden Bereiche, diese beiden Mechanismen, verfügt, um sie zum größtmöglichen Nutzen des Lebens einzusetzen.’ So beginnen wir zu fragen: ‘Was bin ich dann?’ Denn bis zu einem gewissen Grad ist sogar das Gemüt ein Mechanismus, der aus der äußeren Sphäre entlehnt ist, so wie der Körper ein Mechanismus ist, aus der physischen Ebene entlehnt, zusammengetragen und konstruiert. Daher ist weder Gemüt noch Körper unser Selbst. Wir denken deshalb: ‘Das bin ich’, nur weil wir uns selbst nicht sehen können. Und so sagen wir von allem, was wir sehen: ‘Das bin ich.’ Das Selbst lernt alles kennen, nur nicht sich selbst. So ist das Gemüt, den das Selbst benutzt hat, zu einer Art Scheffel über dem Licht geworden, das den Sinn des Lebens erfüllt. Wenn wir dies intellektuell begreifen, erfüllt dies zwar noch nicht den eigentlichen Zweck, doch es leitet unsere Reise auf der Suche nach der Wahrheit ein. Diese wird durch den Prozess der Meditation verwirklicht – den Prozess, durch den sich das Selbst vom Körper und danach vom Gemüt lösen kann. Denn das Selbst, das sein ganzes Leben lang getäuscht wird, ist nicht bereit, die Wahrheit zu verstehen, und auch nicht darauf vorbereitet, sie zu begreifen. Es lehnt die Wahrheit sogar ab; es bekämpft die Wahrheit.. Es ist wie in der Geschichte, die wir in meinem Divan finden: Ein Löwe sah einmal ein Löwenjunges, das zusammen mit den Schafen durch die Wildnis streifte. Der Löwe war sehr überrascht. Anstatt den Schafen hinterherzulaufen, rannte er diesem Löwenjungen nach. Das kleine Löwenjunge zitterte und hatte große Angst. Der Löwenvater sagte: ‘Komm, mein Sohn, komm mit mir; du bist ein Löwe.’ ‘Nein’, sagte das Löwenjunge. ‘Ich zittere, ich zittere, ich habe Angst vor dir. Du bist anders als meine Spielkameraden. Ich möchte mit ihnen rennen, mit ihnen spielen; ich möchte bei ihnen bleiben.’ ‘Komm, mein Sohn, mit mir’, sagte der Löwe, ‘du bist ein kleiner Löwe.’ ‘Nein“’ sagte das Löwenjunge, ‘nein, ich bin kein Löwe. Du bist ein Löwe; ich habe Angst vor dir.’ Der Löwe sagte: ‘Ich lasse dich nicht gehen; du musst mit mir kommen.’ Der Löwe führte ihn zum Ufer des Sees und sagte: ‘Nun schau hinein und sieh mit eigenen Augen, ob du ein Löwe bist oder ein Schaf.’ Hier wird erklärt, was Einweihung bedeutet und was der Einweihende seinem Schüler als Meditation vermittelt. Sobald sich das Bild im See des Herzens widerspiegelt, stellt sich die Selbsterkenntnis von selbst ein. Wie soll ich Dir, mein König, für Deine reichen Gaben danken? Jede Gabe, die Du mir schenkst, mein großherziger Herr, ist von unschätzbarem Wert. Eine Flamme erhob sich aus dem Funken in meinem Herzen durch Dein sanftes Hauchen. Du hörst mein leisestes Flüstern; Du hast mich Deine eigene Sprache gelehrt und die Schriftzeichen zu lesen, die von Deiner Feder geschrieben wurden.
Gayan - Ragas |
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